Geschrieben von: Andrea Przyklenk   

Luxus statt Steuern!

Was wäre wenn... die Deutschen statt Steuern zu zahlen, ihr Geld in Luxus investieren könnten?

Luxus als Konjunkturmotor

Na klar, die Wirtschaft würde brummen. Von wegen schlappe Binnenkonjunktur. Aber ach, das geht nicht, denn staatliche Hilfsleistungen, Schuldentilgung, Zinszahlungen und die Verwaltung brauchen immer mehr von Bürgers Geld. Rund 75 Prozent des Staatshaushalts gehen dafür mittlerweile drauf. Und obwohl alle wirtschaftlichen Indikatoren nach oben zeigen, das Tal der Tränen endlich durchschritten scheint, dürfen wir uns nicht freuen, denn wir müssen sparen.

Steuererhöhungen drohen am Horizont. Eigentlich stehen sie schon fest, allen Sparprogrammen zum Trotz.

Denn eines ist sicher: Politiker, die sinnvoll und konsequent sparen, sind so selten wie fliegende Kühe. Wer will schon an seinen eigenen Pfründen sparen? Außerdem gibt es immer eine nächste Wahl und Wähler, die man sich durch kleine Geschenke gewogen stimmen will. Politiker glauben tatsächlich, dass sie Opfer der hohen Staatsverschuldung sind. Dabei sind sie Täter. Und diejenigen, die wirklich sparen möchten, vielleicht, weil sie zum Idealismus neigen oder rechnen können, scheitern sowieso. Sie werden so schnell von der politischen Bühne gefegt, dass man nicht einmal ihre Namen lernen kann.

Wirtschaft ankurbeln

Wir bleiben reich

Aber das sollte uns Luxus-Anhänger alles nicht belasten. Denn mitten in das Gejammer über Sparprogramme, die sich sowieso von einem Tag auf den anderen ändern können, platzte eine gute Nachricht: Europa bleibt die reichste Region der Welt. Allein in Deutschland stieg im vergangenen Jahr die Zahl der Millionärshaushalte im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf 430.000, ermittelte das Beratungsunternehmen Boston Consulting Group (BCG).

Das ist überproportionales Wachstum! Weltweit stieg die Zahl nämlich nur um 14 Prozent. Die Deutschen stehen auf Platz 4 in der Millionärsliste nach den USA, Japan, China und Großbritannien. Übrigens werden den Privatvermögen auch in den kommenden Jahren Zuwächse prognostiziert.

Was folgern wir nun daraus?
Wenn keine Aussicht besteht, demnächst Millionär zu werden – und das wird den wenigsten von uns gelingen –, gibt es keinen echten Grund zu übertriebenem Spareifer. Besser, man kurbelt die Wirtschaft an und kauft, was das Herz begehrt. Immerhin sind wir Luxus-Verliebten verlässliche Stützen der Konjunktur. Emotional betrachtet, ist die Wertsteigerung von Schuhen, Handtaschen, Klamotten, Uhren, sonstigen Preziosen, Wein und gutem Essen sowieso unerreicht, vor allem im Vergleich mit den Einzahlungen in die klammen Staatskassen. Da gibt es garantiert weder Rendite noch Wohlgefühl. Wohingegen das eine oder andere Luxus-Teil sogar eine reale Wertsteigerung erfährt. Luxus macht glücklich und tröstet über so manchen Verlust ans Finanzamt hinweg.

Stürmt die Einkaufsmeilen!

Bild: Panthermedia und Johannes Vortmann/pixelio

 
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