Geschrieben von: Andrea Przyklenk   

Luxus kennt keine Krise

Luxusmarken wachsen weiter

Bild: Luxus-Momente

Zumindest nicht in Deutschland. Eine Roland Berger-Studie zum Luxusmarkt in Deutschland beweist es: Der deutsche Luxusmarkt ist auch im Krisenjahr 2009 stabil geblieben. Zwar gab es bei Automobilen einen 15-prozentigen Rückgang, im Möbelsegment sechs Prozent Rückgang, was aber von anderen Bereichen wie Schmuck mit einem zweiprozentigen Zuwachs kompensiert werden konnte.

Laut Studie gibt es sechs Kerntrends für eine erfolgreiche Zukunft des Geschäfts mit Luxus: Konsolidierung, Digitalisierung, soziale Verantwortung, Nachhaltigkeit, innovatives Marketing und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Deutschland unter den Top 3

In 60 Interviews mit führenden Markenherstellern und Händlern hat Roland Berger Strategy Consultants die Entwicklung 2009 sowie wichtige Trends für die Zukunft exklusiver Marken in Deutschland ermittelt. Dabei zeigte sich unter anderem, dass auch Luxuskäufer preisbewusst sind, auf Marken stehen und gerne online kaufen. Das Onlinegeschäft mit Luxusmarken wächst nämlich der Studie zufolge rasant. Deutschland konnte sich unter den Top 3 der globalen Luxusmärkte positionieren.

„Deutschland ist weiterhin ein hoch relevanter Luxusmarkt mit globalen Spitzenplatzierungen in den meisten Segmenten“, so Philip Beil, Principal im Kompetenzzentrum Consumer Goods & Retail bei dem Beratungsunternehmen. „Und dieser Markt ist in der Krise stabil geblieben.“

Marken machen das Rennen

Untersucht wurden sieben wesentliche Marktsegmente. In den Segmenten Automobile und Möbel steht Deutschland trotz Einbrüchen 2009 volumenmäßig an der Spitze. Stabile bzw. leicht positive Entwicklungen des High-End-Bereichs von Kosmetik, Fashion, Champagner, Schmuck und Uhren konnten die Verluste in diesen beiden Bereichen kompensieren.

Bei Fashion & Accessoires wuchsen insbesondere Traditionsmarken mit großem handwerklichen Können und hervorragender Verarbeitungsqualität. Auch Parfüm und Kosmetik konnte das Vorjahresniveau halten. Und – wie könnte es anders sein – trotz einem Einbruch der Gastronomie, konnte der Champagnerabsatz der Marktführer das Vorjahresniveau halten. Allerdings wurde vermehrt zu Hause getrunken.

Bei Uhren konnten sich die Klassiker und zeitlosen Modelle gut am Markt behaupten. Traditionsmarken konnten auch hier punkten. Allerdings musste das High-Ende-Segment von über 50.000 Euro schwere Einbußen hinnehmen. Krisengewinner ist der Schmuck.

Und jetzt erst recht........

Was beim Luxusmarkt zu beobachten ist, war im vergangenen Jahr ein genereller Trend. Während überall Kurzarbeit angesagt war und allenthalben Arbeitslosigkeit drohte, gaben die Konsumenten das Geld sozusagen mit vollen Händen aus. Vor Weihnachten waren die Einkaufsstraßen der Großstädte brechend voll und zwar nicht mit Schaufensterbummlern, sondern mit Käufern. Es darf spekuliert werden, ob hier Unvernunft oder Psychologie die entscheidende Rolle spielen. Die ach so vorsichtigen Deutschen setzen anscheinend auf Trotz und kurbeln so die Wirtschaft an, frei nach dem Motto „jetzt erst recht“.

 
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