Geschrieben von: Michael Brückner   

Barnotizen (II): Auf der Suche
nach „flüssigen Werten“

Bild: Kempinski Atlanic

Unter allen redaktionellen Seiten auf www.luxus-momente.de gehören unsere Bartipps zu den Beiträgen mit der höchsten „Klickquote“. Für uns Anlass genug, wieder häufiger das Notizbuch zu zücken, wenn wir auf unseren Reisen durch Deutschland und ins benachbarte Ausland auf empfehlenswerte Adressen stoßen. Hier einige unserer Favoriten aus dem Norden, der Mitte und dem Süden der Republik. Weitere Tipps werden folgen – das ist so sicher wie der Salzrand am Margarita-Glas.


Atlantic-Bar, Hamburg

Bild: Kempinski Atlanic

Mindestens einmal im Jahr sind wir zu Gast in der nachgerade schon legendären Bar im Hamburger Top-Hotel Kempinski Atlanic. Dann nämlich, wenn die Direktbank ING-DiBa regelmäßig im Herbst in Anwesenheit des ehemaligen Bundeskanzlers den Helmut Schmidt-Journalistenpreis vergibt. Aber wir bekennen offen: Dieses Art déco-Schmuckstück ist sowohl hinsichtlich seines stilvollen Ambientes als auch was die erstaunliche Auswahl an Spitzenspirituosen angeht eine der allerersten Adressen in Deutschland. Und deshalb wäre es fast schon eine Schande, bliebe es bei nur einem Besuch pro Jahr. Wann immer wir in der norddeutschen Metropole zu tun haben, versuchen wir, auf einen Drink in der Atlantic-Bar vorbeizuschauen.

Dabei erweist sich die Nähe des Hotels zum Hamburger Hauptbahnhof als Vorteil: Nach einem erfolgreichen Geschäftstermin lässt es sich am Nachmitag vor der Fahrt zurück nach Hause mit einem Single Malt von Aberfeldy auf einen gelungenen Tag anstoßen. Udo Lindenberg, den bekannten Dauergast im Atlanic, wird man um diese Zeit zwar noch nicht treffen, denn den zieht es in der Regel erst in der Nacht an den Bartresen. Doch beim Genuss eines exzellenten Whiskys kann der Connaisseur auf das Live-Erlebnis verzichten, einer mehr oder minder attraktiven, auf jeden Fall aber prominenten Physiognomie ansichtig zu werden.

Womit wir schon beim Thema wären: Der kultivierte Trinker hat im Atlanic die angenehme Qual der Wahl unter mehr als 80 Whisk(e)ys, darunter viele klassische Single Malts. Ein Blick in die Karte verrät: Der Barchef muss ein Whisky-Fan sein. In der Tat, wobei seine Favoriten von den Inseln Islay, Skye und Orkney kommen. Überrascht hat uns ferner das breite Cognac-Angebot. Die Edlen aus der Charente gehören ansonsten eher zu den Stiefkindern der Barchefs. Und natürlich versteht sich das Atlantic-Team vortrefflich auf die Zubereitung von klassischen und exotischen Longdrinks und Cockails.

Lobby-Bar, Hyatt-Hotel Mainz

Die besten Hotels in der Mainzer City befinden sich – wie könnte es anders sein? – am Rhein: das Hilton an der Theodor-Heuss-Brücke, die Rheinland-Pfalz mit Hessen verbindet, und das Hyatt am Rande der Innenstadt in der Nähe des ehemaligen Südbahnhofs (heute Haltestelle „Mainz –Römisches Theater“). Die dortige Gegend stand nicht immer im besten Ruf. Von hier aus war es nie weit ins Mainzer Rotlichtmilieu. Doch seit einigen Jahren ist dieses Viertel kaum noch wiederzuerkennen.Es gehört zu den quirligsten in der Domstadt. Und die pittoreske Altstadt ist nur wenige Minuten Fußweg entfernt. Mit zu diesem Wandel beigetragen hat sicher das komplett umgebaute und erweiterte Fort Malakoff am Rheinufer.Dort entstand eine attraktive Ladenpassage – und eben das Hyatt als eine der ersten Adressen.

Bild: Hyatt-Hotel

Die Lobby-Bar des Hauses ist ein architektonisches Highlight. Man genießt seine Drinks in einer gelungenen Symbiose aus Tradition und Moderne. Die verbliebene alte Bausubstanz von Fort Malakoff wurde mit dem Hotelneubau harmonisch kombiniert. Alles geht sehr transparent und offen zu. Von der Bar aus gelangt man fast übergangslos ins ebenfalls empfehlenswerte Restaurant.

Gleich gegenüber der Bar befindet sich die Rezeption. Wer am Nachmittag kommt, sollte sich nicht daran stören, wenn sich legere US-Touristen (im Sommer gern in kurzen Hosen) nach dem Check-out bei ein paar Bier in den Bar-Sesseln fläzen, um sich die Zeit bis zur Ankunft ihrer Busse zu vertreiben. Die Spirituosen-Auswahl ist durchaus akzeptabel, wenngleich sie keinen Kenner vom (Bar-)Hocker reißt. Dennoch: Wer der drangvollen Enge in den Mainzer Weinkneipen entfliehen will, ist in dieser Bar gut aufgehoben.

„Hoch-3“, Holiday Inn Munich City Center, München

Bild: Holiday Inn

In der Hotelbar „Hoch-3“ im Holiday Inn Munich City Center setzt man erkennbar auf personelle Kontinuität. Der aus Norditalien stammende Barchef Giancarlo Roncato verwöhnt seit 1980 seine Gäste und wurde inzwischen vom Magazin Gault Millau sogar zum „Barkeeper des Jahres“ gekürt. Wer in dieser Bar abends bei einem Glenfiddich wie weiland die großen Dichter und Philosophen das Schweigen des gelebten Lebens schweigen möchte, sollte sich vielleicht in ein anderes Refugium zurückziehen, denn im „Hoch-3“ geht es meist recht munter und auch ein wenig laut zu.Viele Gäste schätzen jedoch genau dies.

Ob eher „verschwiegen-konspirativ“ oder stimmungsvoll-lebhaft, das ist uns - offen gestanden – ziemlich schnuppe. Wir werfen lieber einen Blick auf das Spirituosen-Angebot. Und das kann sich in dieser Hotelbar nun wirklich sehen lassen. Über 50 schottische Whiskys sind dort zu finden, darunter alte Blended Scotch und Single Malts, die jeden Kenner mit der Zunge schnalzen lassen. Das Angebot wird von zahlreichen irischen und amerikanischen Whiskeys abgerundet. Das übrige Spirituosenangebot erfüllt ebenfalls die Erwartungen verwöhnter Bar-Besucher. Gleiches gilt natürlich auch für die bei den Gästen so begehrten Mixed Drinks.

 
nach oben

Bookmark Deluxe

Luxus-Momente als Lesezeichen speichern.
Wir haben 5 Gäste online

Luxus-Magazin - Archiv

Luxus-Momente mit Freunden teilen