Geschrieben von: Michael Brückner   

Helveco: Eine Uhrenmarke wird zum Luxus-Label

Helveco Davos

Vor einigen Jahren erlebte die traditionsreiche Luxusmarke Helveco eine Renaissance. Seither werden unter diesem Namen nicht nur Uhren, sondern auch Schreibgeräte, Leder-Accessoires und Manschettenknöpfe verkauft. Wir ließen uns von Haiel Alali die schönsten Modelle zeigen. Der Managing Director von Palmyra Marketing ist für den Vertrieb von Helveco Produkten zuständig.

Davos

Aufgeweckten Uhrenliebhabern mag es förmlich in den Ohren klingeln, wenn sie von der Marke Helveco hören. Und das darf übrigens ganz wörtlich genommen werden. Denn unter diesem Namen kamen bereits in den 1950er Jahren Wecker der ganz besonderen Art auf den Markt. Statt mit einem schrillen Klingeln den Schlafenden unsanft aus Morpheus’ Armen zu reißen, weckten die Uhren von Helveco mit einer sanften Melodie. Waren unter dieser Marke zunächst vor allem Zwei-Zeiger-Uhren hergestellt worden, so folgten bald Zeitmesser mit raffinierter Mechanik, die wegen ihrer Qualität im In- und Ausland hoch im Kurs standen.

Montreux

Noblesse oblige: Hinter der 1939 gegründeten Marke stand eine weithin bekannte Persönlichkeit der Schweizer Uhrmacherkunst: Arthur Imhof, damals Chef und Inhaber der Manufacture de Penduelettes d’Art Arthur Imhof, wollte mit Helveco eine Marke schaffen, die in die Geschichte der Schweizer Uhrmacherei eingehen sollte. Kein unbescheidenes Ziel angesichts der unübersehbaren Konkurrenz und der großen, international bekannten Namen der eidgenössischen Uhrenindustrie.

Selbstbewusst nahm Imhof mit dem Markennamen Bezug auf die alte Bezeichnung seines Heimatlandes – Helvetia. Der Name sollte unmittelbar einen Hinweis auf die Provenienz der Uhren aus dem Hause Arthur Imhof geben.

Kurz vor dem Jahrtausendwechsel ging Helveco an die Swiss Watch Trading Co. über, die einerseits die Produkt- und Qualitätsphilosophie des Markengründers fortführte, allerdings auch neue Akzente setzte. Und die konnten sich in der Tat sehen lassen. Rechtzeitig vor dem Beginn des neuen Millenniums brachte Helveco unter der Ägide des neuen Eigentümers eine Kollektion von Armbanduhren für Herren und Damen auf den Markt, darunter Zeitmesser mit Chronographen-Funktion, Großdatum und Day-Date-Anzeige.

Constance

Helveco – „Not just time“

Trotzdem schien die traditionsreiche Schweizer Marke allmählich in Vergessenheit zu geraten. Das änderte sich, als im Jahr 2004 Helveco zur CIC Germany mit Sitz in Pforzheim wechselte und eine neue Philosophie umgesetzt wurde. „Not just time“ lautete fortan die Maxime des neuen Eigentümers. Nicht nur Nobeluhren sollten den Namen Helveco tragen, sondern auch edle Schreibgeräte, Manschettenknöpfe und Lederaccessoires. Zudem wollte man den Luxusprodukten ein modernes Esprit verleihen, ohne freilich den bewährten Stil der Originalmarke aufzugeben. „Neben einem Schweizer Designer, der für die Tradition steht, wurden auch ein französischer und italienischer Designer mit einbezogen. Ziel war es, die unterschiedlichen Konzepte dieser Designer zu vereinen und der Marke Helveco einen unverwechselbaren Charakter zu geben“, sagt Haiel Alali, Managing Director von Palmyra Marketing. Er hat mit seinem Münchner Team den Vertrieb der Helveco-Produkte übernommen.

Luxus im Geschenk-Set

Helveco Wheel Crown

Wir trafen Haiel Alali in Wien, wo er während der Viennatime die Uhren und Luxusaccessoires der Traditionsmarke präsentierte. Und natürlich galt unsere Aufmerksamkeit zuerst den Uhren. Alle Zeitmesser der Marke Helveco sind mit Qualitäts-Quarzwerken des Schweizer Herstellers Ronda ausgestattet. Das macht die Uhren erschwinglich. Die klassisch elegante Davos (die meisten Helveco-Uhren tragen den Namen von Schweizer Städten) mit Dual Date-Funktion und römischen Ziffern ist bereits für 355 Euro erhältlich.

Set Wheel Crown

Der Chronograph The Wheel Crown (übrigens der Favorit unserer Redaktion) mit einem dreiteiligen Edelstahlgehäuse mit 46,5 Millimetern Durchmesser, weißem Zifferblatt und schwarzen Hilfszifferblättern gibt es für 710 Euro. Ein Hingucker ist die markante Locarno, ebenfalls mit Chronographenfunktion. Mit ihrer extravaganten Eleganz gefiel uns ferner das Modell Montreux.

Von klassischer Raffinesse geprägt sind ferner die Schreibgeräte von Helveco. Uns gefielen am besten die Kollektionen Lugano, Simplon, Ticino und The Wheel Crown (Special Edition).

Natürlich kann man die Luxus-Produkte von Helveco auch einzeln erstehen, besonders erfolgreich ist das Unternehmen aber mit seinen Geschenk-Sets. Dazu gehören neben einer Uhr ein edles Schreibgerät sowie Manschettenknöpfe oder ein Leder-Accessoire. Diese Sets kosten aktuell zwischen 500 und 1200 Euro.

Wecker sind aber nicht mehr dabei. Helveco ist heute eben eine Marke für wache Connaisseurs.

Bilder: Helveco

 

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