Weine von der Saar: süffig-spritzig

Maria Kirchen

Der Saarwein kommt nicht aus dem Saarland, denn dort wächst auf dem Gebiet der Großgemeinde Perl Moselwein. An der Saar wird flussabwärts in den Gemeinden Serrig, Saarburg, Irsch, Ockfen, Ayl, Schoden, Wiltingen, Kanzern und Wawern sowie in Konz, das an der Mündung der Saar in die Mosel liegt, Wein angebaut. Diese Orte zählen zum Weinanbaugebiet Mosel in Rheinland-Pfalz. Von hier kommen einige der qualitativ bedeutendsten Weißweine Deutschlands.

Fachleute zählen einige der Rieslingweine zu den größten Weißweinen der Welt.

In Oberemmel, einer kleinen Weinbaugemeinde, die zu Konz gehört und im so genannten „Konzer Tälchen“ liegt, einem von Konz aus abzweigenden Seitental der Saar, befindet sich das Weingut Maximinerhof der Familie Kirchen, das schon seit etwa 1800 im Familienbesitz ist. Wie viele Weingüter an der Saar war auch das Gut der Familie Kirchen lange Zeit ein Mischbetrieb aus Weingut und Landwirtschaft. Franz und Maria Kirchen, die das Weingut 1974 von Franz Kirchens Vater übernommen haben, machten damit Schluss und widmeten sich nur noch dem Wein.

Wein aus Oberemmel

Saar-Wein mit persönlichem Marketing

Fast 100 Prozent der Kunden des Maximinerhofs sind Privatkunden. „Mit manchen unserer Kunden pflegen wir ein freundschaftliches Verhältnis über Generationen hinweg“, erzählt Maria Kirchen. „Unsere Kunden gewinnen wir hauptsächlich durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Wenn dann der Rest noch stimmt, nämlich Preis und Qualität, ist das besser als jede Werbung.“ Dass Maria Kirchen gut ist in Kundenpflege, glaubt man ihr aufs Wort, wenn man mit ihr im Probierkeller sitzt und Wein probiert. Sie ist nicht nur kompetent was Wein anbelangt, sondern auch offen und herzlich. Die Tür zum Probierkeller ist fast immer offen, ein Telefonanruf genügt und wer spontan kommt, klingelt einfach an der Haustür. Nur wer mehr als Brot zu essen haben möchte, sollte sich vorher anmelden.

Beim jährlich am 1. Mai stattfindenden Hoffest treffen sich Familie, Freunde, Bekannte und Kunden. Zum Wein gibt es Würstchen, Schwenkbraten und Pommes Frites, Kaffe und Kuchen. Von 10.30 bis 23 Uhr wird probiert, getrunken, gegessen, gescherzt und gelacht.

Mit Wein aufgewachsen

Weine vom Maximinerhofs

Winzer ist man mit Leib und Seele. Deshalb will sich der 60-jährige Franz Kirchen auch nicht aufs Altenteil zurückziehen, aber den Betrieb führen soll in Zukunft Sohn Marco (35). Marco sei in der Materie groß geworden, sagt Maria Kirchen. Seine Frau Melanie Faber-Kirchen kommt ebenfalls aus einer Winzerfamilie. Sie und Marco werden einmal die Betriebe beider Familien übernehmen. Eine gelungene Synthese, meint Maria Kirchen: „Während wir fast ausschließlich an Privatkunden verkaufen, verkauft Herbert Faber an Wiederverkäufer.“

Doch bevor es so weit ist, wird kräftig investiert. Ab Mitte Mai zählt das Weingut Otto von Volksen zur 5,5 Hektar großen Anbaufläche der Familie Kirchen. Auf dem Hofgelände möchte man eine Vinothek einrichten, eine Abfüllanlage installieren und mehr Lagerplatz gewinnen. Doch sonst werde sich nichts ändern, versichert Maria Kirchen: „Wir werden weiter nah am Kunden bleiben. Unsere Kundschaft inspiriert uns. Solange wir ihr zuhören, tun wir das Richtige.“ Dass sie Recht hat, zeigt sich an der Sache mit den Korken: „Wir haben mit Schraub- und Glasverschlüssen experimentiert“, erzählt Maria Kirchen. „Letztlich bieten wir Kork- und Schraubverschlüsse parallel an, denn nicht jeder Kunde möchte auf den Korken verzichten, andere dagegen sind vom Schraubverschluss überzeugt.“

Hoffest
Winzerin mit Freude und Elan

80 Prozent Weißweine werden momentan auf dem Maximinerhof hergestellt. 60 Prozent sind trocken oder halbtrocken, der Rest lieblich. Denn auch wenn die Fachwelt nach trockenen Weinen ruft, gibt es doch viele Weinnasen, die auf einen süffigen, lieblichen Wein setzen. Der Riesling gedeiht auf dem Schieferboden an der Saar besonders gut. Er gibt die tagsüber gespeicherte Hitze in der Nacht ab und erzeugt so eine ganz typische Kreation. Weißburgunder, Dornfelder, Rosé, Rivaner und Spätburgunder sind ebenfalls im Angebot.

Der Boden ist auch dafür verantwortlich, dass die Scheurebe aus der Pfalz an der Saar einen ganz anderen, fruchtig-würzigen Geschmack entwickelt. Grauburgunder wird erstmals 2011 verkauft.

Weißburgunder

Bei der Weinlese wird jede Hand gebraucht. „Man muss mit Elan und Freude dabei sein“, sagt Maria Kirchen. „Selbst wenn die Erntemaschine zum Einsatz kommt, ist es doch der Mensch, der vorher von Hand dafür sorgt, dass wir eine optimale Qualität erzielen.“ Im Probierkeller glaubt man ihr das. Man kann sich lediglich nicht entscheiden, was besser schmeckt, der Riesling-Sekt brut oder der Weißburgunder.

Maria Kirchen rät: „Lassen Sie das Essen entscheiden. Zum Spargel passt der Weißburgunder wie kein anderer.“ Die Riesling Beerenauslese von 2003 und der Riesling Eiswein von 2002, beide mit der Goldenen Kammerpreismünze ausgezeichnet, sind die Stars im Angebot. Sie eigenen sich als Dessertwein oder zu reifem Käse, aber, so Maria Kirchen mit einem Augenzwinkern: „Beide sind auch Solo-Künstler.“

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