Geschrieben von: Andrea Przyklenk   

Der neue Jaguar XJ:
Aufregend sportlich und luxuriös

Weltpremiere des neuen XJ mit der australischen Schauspielerin Elle MacPherson.

Bild: Jaguar

Im September wurde auf der IAA in Frankfurt die achte Generation der großen Luxuslimousine von Jaguar, der XJ, enthüllt.

Mike O’Driscoll, Managing Director von Jaguar Cars, bezeichnete den neuen XJ als „einen Meilenstein unserer Geschichte“ und vorläufigen Abschluss einer sich über 24 Monate erstreckenden Erneuerung der Modellpalette: „Wir haben Jaguar wieder zu einer modernen, sportlichen Marke gemacht.“

Bild: Jaguar


Design-Sprung

Tatsächlich hat man sich bei dem englischen Autobauer, der inzwischen zum indischen Tata-Konzern gehört, auf seine Wurzeln besonnen: „Beautiful fast cars“ – schöne, schnelle Autos zu bauen. Dafür hat man so manche Design-Tradition über Bord geworfen. Wer den neuen XJ zum ersten Mal sieht, wird sich mit Sicherheit verwundert die Augen reiben, denn vor ihm steht eine Luxuslimousine, der man zwar ihre Herkunft irgendwie ansieht, die aber doch in einem völlig neuen Outfit daherkommt. Kommt schon die Frontpartie nicht im vertrauten Design, wird es bei dem gleichzeitig imposanten und doch eleganten Heck noch offensichtlicher.

Bild: Jaguar


Der Jaguar ist nicht zu übersehen. Die Heckleuchten ziehen sich als senkrechte Sicheln weit bis in die Oberseite des Kofferraumdeckels hinein. Die Erneuerung setzt sich auch im Innern fort. Nichts mehr von britischem Understatement im Cockpit, sondern moderne Eleganz aus der Zukunft, bedingt durch den großen Bildschirm, auf dem alle Anzeigen eingeblendet werden sowie ein zweigeteilter Monitor auf der Mittelkonsole, der es dem Beifahrer erlaubt, einen Film zu schauen, während der Fahrer das Navi im Auge behält.. Das Platzangebot ist sehr gut – auch im Fond, wenn man die etwas geringe Höhe außer Acht lässt.

Bild: Jaguar


Pferdestärken satt

Die Briten haben sich noch nie groß um Umweltschutz geschert, wenn es um ihre Autos ging. So ist es auch beim neuen XJ. Abgesehen davon, dass sich der Verbrauch angesichts der PS noch in Grenzen hält, und wenn man den Dieselmotor beim kleinsten Modell als Goodwill-Aktion betrachtet, ist nicht viel passiert. Start-Stopp-Technik, Achtstufen-Automatik oder gar Hybridantrieb sollen erst später kommen – heißt es. Die Gewichtsersparnis durch die aus Aluminium und Magnesium gefertigte Karosserie ist bei einem Gesamtgewicht von 1.850 Kilogramm nicht entscheidend.

Bild: Jaguar



Die Motorenpalette beginnt mit dem 275-PS (202 kW) starken Bi-Turbo-V6-Diesel, der sieben Liter auf 100 Kilometer verbrauchen soll. Das stärkste Modell, der XJ Supersport fährt mit einem Fünf-Liter-V8 mit 510 PS – damit geht es in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Vielleicht nicht unbedingt umweltfreundlich mit 510 PS durch die Gegend zu heizen, aber enorm auf- und anregend.

Der Preis? Nicht der Rede wert – es gibt teurere Autos: 85.400 kostet der kleine V6-Diesel, 139.900 der V8-Kompressor.

Bild: Jaguar
Fazit: Die Limousine hat sich zum viertürigen Coupé entwickelt. Die junge verspielte Raubkatze ist endgültig passé. Dafür behauptet jetzt ein ausgewachsener, durchtrainierter Jaguar sein Revier. Und darum dürfte er nicht länger mit Mercedes und BMW kämpfen, sondern wohl eher mit Porsche, Aston Martin oder Maserati. Das sieht man wohl auch bei Jaguar so, denn: „Wir spielen mit Jaguar in der Unterhaltungsbranche, nicht im Transportgeschäft“, so Mike O’Driscoll. Eine klare Ansage.
 
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