Geschrieben von: Andrea Przyklenk   

Starbrick von Olafur Eliasson:
Experiment aus Lichtmodulation und Raum

Bild: Starbrick/Olafur Eliasson


Der Däne Olafur Eliasson ist bestens bekannt bei allen, die sich mit Lichtkunst, Raum und Design befassen. Seine künstlichen Wasserfälle, die er 2008 in Manhattan installierte, oder seine künstliche Sonne in der Londoner Tate Modern zogen Millionen von Menschen in ihren Bann.

Auf der 50. Biennale in Venedig vertrat er Dänemark und verwandelte den Pavillon der Dänen in ein märchenhaftes, übergroßes Kaleidoskop.

Wandlungsfähige Lichtobjekte

Bild: Starbrick/Olafur Eliasson

An ein Kaleidoskop erinnert auch sein jüngstes Projekt „Starbrick“, das er gemeinsam mit dem Schweizer Unternehmen Zumtobel umsetzt. Der Däne, unter anderem Professor der Künste in Berlin und Initiator des Instituts für Raumexperimente, hat ein modulares System entworfen, das er als Lampensystem bezeichnet, das „zu seiner Umgebung in Beziehung gesetzt werden kann“. Je nach Kontext, so der Designer, lasse sich das System verändern, umbauen und den architektonischen Gegebenheiten anpassen. Es könne in einem kleinen Studio ebenso genutzt werden, wie in einer Konzerthalle.

Bild: Starbrick/Olafur Eliasson

Mit dem Modell möchte Eliasson Fragen aufwerfen, die „sowohl für die zeitgenössische Kunst als auch für die Gesellschaft zentrale Bedeutung haben: Wie definiert Licht den Raum? Welche Politik des Lichts erfüllt unsere unmittelbare Umgebung?“.

Noch befindet sich das Projekt im Stadium des Prototyps, aber sein Erfinder hofft, das Lichtmodul in Zusammenarbeit mit Zumtobel bald für den Einsatz im alltäglichen Leben anbieten zu können. Im Herbst 2009 soll es so weit sein.

Bild: Starbrick/Olafur Eliasson

Vom Kubus zur flexiblen Lichtinstallation

Die Grundform des Sternen-Moduls ist ein Kubus, auf dessen sechs Grundflächen jeweils weitere Würfel im Winkel von 45 Grad aufgesetzt sind. Sie wiederum können als Verbindungselemente genutzt werden, um verschiedene Starbricks miteinander zu kombinieren.

Auf diese Art und Weise kann man die einzelnen Module zu beliebig großen Gruppen, ja sogar zu ganzen Wänden, Lichthäusern oder Hängeelementen, also zu eigenständigen architektonischen Elementen, kombinieren. Natürlich ist es auch möglich, die jeweilige Installation wieder zu verändern und neuen Räumen anzupassen.

Bild: Starbrick/Olafur Eliasson

In jedem Modul wird das Licht von LEDs gebündelt und gleichmäßig verteilt. Sie sind so im Modul angeordnet, dass sie weißes Licht ausstrahlen, aber gleichzeitig einen leuchtenden, gelben Kern in Form des kubischen Oktaeders schaffen. Damit wird der kaleidoskopische Effekt erzielt.

Der Körper des Moduls besteht aus zwei Arten von Polycarbonat. Einem opaken, stabilen Typ und einem transluzenten Typ. Durch das Stapeln verringen sich die opaken Oberflächen der Würfel so weit, dass das weiße Licht Betonte Felder zwischen den Bausteinen schafft. Durch Dimmen der LEDs erzielt man überdies verschiedene Lichteinstellungen für unterschiedliche Zwecke.

 
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