Geschrieben von: Andrea Przyklenk   

Whisky aus dem Westerwald

Der Fading Hill ist der erste Whisky aus dem Westerwald.

Bild: Birkenhof-Brennerei

Ein bisschen Schottland trägt die Landschaft um Nistertal im Westerwald in sich. „Fading Hill“ – verschwindender Berg – heißt der im April 2008 hier erstmals abgefüllte Whisky. Der Name ist eine Hommage an das Hügelmassiv des Stöffels in der Nähe der Birkenhof-Brennerei, das von 1896 bis heute für den Basaltabbau genützt wird. „Dieser Whisky ist ein Stück unserer Heimat“, sagt Stefanie Klöckner, die das Familienunternehmen mit ihrem Mann zusammen führt. „Ein Teil unserer Natur, unserer Luft, unseres Bodens und ein Teil der Menschen, die für die Destillierkunst unserer Brennerei stehen.“

Prämierte Neuheit: Möhrenbrand mit Honig.

Bild: Birkenhof-Brennerei

„Die gelungene Komposition eines Whiskys ist immer eine Frage der Leidenschaft“, so Stefanie Klöckner. Für den ersten Roggenwhisky wurden neben 90 Prozent langsam gewachsenen Roggen mit geringem Weizenanteil, zehn Prozent Darrmalz und kristallklares Westerwälder Quellwasser verwendet und „sehr viel Leidenschaft und Sorgfalt“. Fünfeinhalb Jahre lang reifte der Whisky dann in einem einzigen, aus Spanien importierten Sherryfass, bevor er abgefüllt wurde. Unverschnitten, leicht gefiltert und natürlich ungefärbt, entstand so eine streng limitierte Auflage von nur 870 kostbaren Flaschen.

Mittlerweile wird im Westerwald regelmäßig Whisky produziert. Im April 2010 kommt der Fading Hill No.2 auf den Markt. In den Fässern harren noch weitere Köstlichkeiten auf ihre Abfüllung, darunter Maltwhisky in französischer und amerikanischer Eiche oder im Rum-Fass. Roggenwhisky wird jetzt neben dem Sherryfass auch in amerikanischer Eiche gelagert, der Dinkelwhisky harrt im Portweinfass von van der Niepoort seiner Bestimmung auf der Zunge eines Genießers.

Innovative Edelbrände

Tradition: das Basaltfeuer.

Bild: Birkenhof-Brennerei

Doch der Fading Hill ist nicht das einzige ungewöhnliche Produkt der Brennerei aus dem Westerwald. Das seit 1848 bestehende Familienunternehmen macht durch nicht ganz alltägliche Geschmackskompositionen auf sich aufmerksam. Möhrenbrand mit Honig, Haselnussgeist mit Röst-Aromen, Bierbrände, Rote-Beete-Geist, Arabica-Kaffeegeist und der seltene Vogelbeer-Brand sind nur eine Auswahl der Birkenhof-Produkte.Insgesamt 32 Medaillen haben die Nistertaler mittlerweile für ihre Brände eingeheimst.

Experimentierfreudige Sommelière

Treibende Kraft hinter den neuartigen Geschmackserlebnissen für die Liebhaber der „geistreichen“ Getränke ist Sommelière und Chefin Stefanie Klöckner. Ihre neuen Kreationen sind eine ernst zu nehmende Konkurrenz zum hochprozentigen „Basaltfeuer“ und den Kräuterkorn-Spezialitäten, für die die Traditionsbrennerei seit vielen Jahren bekannt ist.

Sommelière Stefanie Klöckner experimentiert gern.

Bild: Birkenhof-Brennerei

Die experimentierfreudige Sommelière aus dem Westerwald destilliert Obst und Gemüse aus biologischem Anbau, fahndet in aller Welt nach kostbaren Wein- und Whiskyfässern und verbindet Destillierkunst mit traditionellen Verfahren des Weinbaus.

Blick hinter die Kulissen

Jeden ersten Sonntag im Monat um 15 Uhr kann man bei einer offenen Führung, die zwei Stunden dauert, in der Brennerei einen Blick hinter die Kulissen werfen. Das lässt sich gut mit einem Ausflug in den Tertiär- und Industrie-Erlebnispark Stöffel verbinden. Daneben bietet die Brennerei Führungen für Gruppen an, Verkostungen, Genussabende und Themenabende wie „Käse und Brand“ oder „Schokolade und Brand“.

www.birkenhof-brennerei.de

Hier finden Verkostungen und Genussabende statt.

Bild: Birkenhof-Brennerei
 
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