Edelitaliener mit Familienanschluss
Baustelle isse fertig!
Sante de Santis (li.) und Piero Cuna betreiben in Stuttgart das Restaurant Er Cuppolone im Alten Landtag.
In Stuttgart gibt es einige so genannte Edelitaliener, bei denen die Kellner nobler sind als die Gäste. Ganz anders im Ristorante Er Cuppolone von Fernsehkoch Sante de Santis und Piero Cuna in Stuttgart. Nach eineinhalb Jahren Gerüst vor dem Haus, haben sie im Herbst ihre Bar San Pietro und das Restaurant im Gebäude des Alten Landtags in der Heusteigstraße mit einem großen Fest wiedereröffnet.
Professionell, herzlich und offen
Stil- und geschmackvoll mit etwas Prunk präsentiert sich der Restaurantbereich, modern, großzügig und zweckmäßig die Kochschule, die von einem Teil des Restaurants einsehbar ist. Die Kochschule ist Sante des Santis’ große Leidenschaft. Man braucht ihn nur dabei zu beobachten, wie er trotz Leibesfülle behände durch die Küche wirbelt, hier eine Pfanne schwenkt, dort einen Handgriff erklärt – stets gut gelaunt und immer ein bisschen übermütig.
Im Herbst wurde das Restaurant nach Umbauarbeiten mit einem großen Fest wieder eröffnet.
Im Restaurant betreut Piero Cuna die Gäste. Viele von ihnen kennen er und sein Kompagnon persönlich. Einige von ihnen haben schon einen oder mehrere Kochkurse bei Sante hinter sich und sind begeistert. Es ist die Professionalität, Herzlichkeit und Offenheit der beiden Chefs, die das Restaurant bei seinen Stammgästen so beliebt machen. Und natürlich die Küche. „Unsere Gäste sollen sich bei uns zuhause fühlen“, sagt Sante, der Gäste, die er gut kennt, nicht mit Luftküsschen, sondern mit einer handfesten Umarmung begrüßt.
„Essen muss Freude bereiten“
Das ist eine weitere von de Santis und Cunas Maximen. Das tut es zum einen, weil es gut schmeckt, zum anderen, weil die Atmosphäre stimmt. Im Er Cuppolone muss man sich keine Gedanken darüber machen, ob die Jeans die richtige Marke hat oder das Kleid der neuesten Mode entspricht. Wichtig sind gutes Essen und das persönliche Wohlbefinden. Dazu gehört auch, dass man Wünsche äußern darf, die die Küche wenn irgendwie möglich erfüllt. Sei es eine Auswahl an Vorspeisen oder Desserts für einen Tisch voller Freunde, eine spezielle Zubereitungsart oder Zusammenstellung eines Gerichts oder Menüs. „Wir streben nicht nach Sternen“, sagt Sante, „wir wollen mit unseren Speisen unseren Gästen eine Freude bereiten.“
Blick ins Restaurant.
Dabei bietet schon die normale Speisekarte eine reiche Auswahl an Vorspeisen, Suppen, Pasta, Fisch, Fleisch und Desserts. Natürlich alles konsequent aus der italienischen Küche. Auch die Weine, bei deren Auswahl man sich unbesorgt auf die Empfehlungen von Piero Cuna verlassen kann, kommen aus Italien. Bemerkenswert: Es gibt sowohl offene Weine als auch kleine Flaschen. Essen und trinken sind Geschmackssache, aber so viel sei zur Speisekarte gesagt: Die klassischen italienischen Desserts wie Tiramisú, Zuppa Inglese und Zabaione sind Gedichte. Die Fischgerichte wie Seeteufelfilet mit frischen Pfifferlingen exakt auf den Punkt zubereitet, der Tintenfisch zur Vorspeise erinnert an sonnige Urlaubstage. Die gefüllte Kaninchenkeule an frittierten Polentacroutons, die Kürbisravioli in Gorgonzolafondue mit Walnusskernen oder die Polentaschnitte mit frischen Steinpilzen schmecken wie ein kleines Stück Italien.
Immer am Wirbeln
Kritiker werfen Sante de Santis gerne vor, er sei seltener in seinem Restaurant anzutreffen als im Fernsehen oder bei allen möglichen Events. Es stimmt, der quirlige Italiener kann nicht still sitzen. Er betreut seine Kochschule, betreibt einen Catering-Service und findet noch Zeit zu kulinarischen Ausflügen mit dem Motorrad, und gelegentlich kocht er auch im Fernsehen. Doch er kann sich nicht nur auf Kompagnon Piero Cuna verlassen, sondern auch auf seine Küchenmannschaft. „Es macht mich traurig, wenn man mir vorwirft, dass ich mich nicht genug um das Restaurant kümmern würde“, sagt der leidenschaftliche Koch. „Das Restaurant liegt Piero und mir sehr am Herzen. Wir haben eine ausgezeichnete Mannschaft und geben hier immer unser Bestes. Bevor man das anzweifelt, sollte man uns einen Besuch machen.“
Unser Vorschlag: eine eigenen Meinung bilden. Einfach mal ausprobieren. Das Restaurant war bis vor dem Umbau immerhin in den einschlägigen Führern von Michelin, Gault Millau und Varta gelistet. www.santedesantis.de
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