Geschrieben von: Tina Maurer   

Luxus für Arme
Boris Becker und die Gazetten

Bild: LM

Ex-Tennisstar Boris Becker hat wieder geheiratet – Ex-Model Lilly Kerssenberg. Geheiratet haben die beiden in der Schweiz mit einem Auftrieb an A- und B-Promis, vielleicht waren auch ein paar XY-Promis dabei. Man weiß ja auch nicht so genau, wo man Boris und seine Lilly einordnen soll. Zu seinen aktiven Zeiten war Becker sicherlich ein A-Promi, heute mit Sicherheit ein Ex-A-Promi, der einem mitunter ein bisschen leid tun kann.

Muss er doch sogar die eigene Hochzeit vermarkten – an RTL und eines der Glamour-Promi-Magazine. Von Lilly Kerssenberg hat sowieso niemand gehört bevor sie Boris Becker kennen lernte, glaube ich zumindest.

Selbstvermarktung vs. Genuss

Ehrlich gesagt: Als Braut würde ich mir diese Art von Luxus verbieten. Ich würde eine kleinere Hochzeit bevorzugen, bei der ich nicht von einer Armada von Bodyguards mit Regenschirmen gegen die Fotografen der Blätter und Sender geschützt werden müsste, denen mein Zukünftiger die Rechte nicht verkauft hat. Ich würde es auch vorziehen, bei meiner Märchenhochzeit nicht von Presseleuten ausgebuht zu werden.

Die Vermarktung der Stars und Ex-Stars treibt mitunter tatsächlich seltsame Blüten. Sie machen sich lächerlich, vermiesen sich sogar die eigene Hochzeit (zumindest nach meinen Maßstäben), damit sie im Gespräch bleiben. Oder weil sie das Geld aus der Vermarktung brauchen, um ihr gewohntes (vermeintlich) luxuriöses Leben weiterzuführen. Mutiert der Luxus da nicht zum Hohn?

Luxus aus der Konserve

Aber darum geht es eigentlich gar nicht. Was viel interessanter ist, ist die Frage, weshalb sich viele Menschen so sehr am Leben der Promis – egal welcher Buchstaben vor dem Promi steht – berauschen. Ist es die pure Neugier oder die Lust am Leben derer, die sich den Luxus riesiger Traumhochzeiten, teuren Schmucks und Ströme von Kaviar und Champagner leisten können? Bieten uns die bunten Bilder den Hauch von Luxus, den wir uns selbst nicht leisten können?

Womit wir wieder bei der Frage wären: Was ist Luxus? Für mich kann ich das beantworten. Bevor ich diesen Luxus aus der Gazetten-Konserve genieße, halte ich lieber einen Monat lang oder länger die Kröten zusammen und gönne mir dann ein wirklich gutes Essen mit Champagner vorneweg, einem Fläschchen Pouilly Fumé zum Fisch und hinterher eine gute Zigarre oder eine Rolex Deep Sea. Diesen Luxus kann ich am eigenen Handgelenk tragen und auf der Zunge schmecken. Und im übrigen zweifle ich immer ein bisschen daran, dass die versammelte Bande der It-Girls und It-Boys (oder wie soll man die männliche Variante nennen?) ein exzellentes Vier-Gänge-Menü überhaupt zu schätzen weiß.

Wenn Sie schon immer mal wissen wollten, was It-Girl bedeutet: Als It-Girl (zu deutsch: Mädchen mit dem gewissen Etwas) wird eine zumeist junge Frau bezeichnet, die durch stetige Medienpräsenz auffällt. Mit „It“, dem „gewissen Etwas“, sind Sexappeal, Ausstrahlung und Auftreten gemeint (aus Wikipedia).
Ich finde übrigens It-Girl Paris Hilton hat so viel Ausstrahlung wie ein Schluck lauwarmes Wasser. Da hat es Boris Becker mit Lilly doch etwas besser getroffen.

 
nach oben

Bookmark Deluxe

Luxus-Momente als Lesezeichen speichern.
Wir haben 17 Gäste online