Geschrieben von: Bettina Rupp   

Weinreise in die Oststeiermark
Buschenschank und Traminer Open

Liebliche Landschaften, kleine Orte, hier St. Anna, in der Oststeiermark.

Bild: Rupp


Klöch, ein kleiner, aber feiner Weinbauort in der Südoststeiermark, bekannt durch den Wein mit dem Duft der Rose, den Gewürztraminer, liegt wenige Kilometer von Bad Radkersburg und nahe der Slowenischen Grenze eingebettet in seine Weinberge. Die „Toskana der Steiermark“ ist ein treffender Vergleich, wenn Klöch im zarten Licht des Sonnenuntergangs liegt.

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Buschenschank: urig bis schick

Rund um Klöch gibt es immer und überall einen Buschenschank. Wein ist hier keine Mangelware. Achtel gibt es: eins von Welschriesling, eins vom Rheinriesling, eins vom Sauvignon, eins vom Weißburgunder und dann noch einen Traminer oder Gewürztraminer? Oder doch lieber einen Blauen Zweigelt. Die Auswahl in den meisten Buschenschank ist riesig. Viele werden von den Weinbauern direkt geführt. Alleine in Klöch gibt es unzählige davon. Die meisten haben fast ganzjährig geöffnet. Einige kleine machen nur wenige Wochen auf und sind meistens sehr urig. Im Buschenschank gibt es üblicherweise „nur“ kalte Brotzeiten. Diese sind aber um so köstlicher zubereitet und für das Auge und den Gaumen ein Genuss.

Von der Bretteljause über die Vulkanjause zum Käferbohnensalat mit Kürbiskernöl bis zum Schinkenbrot mit frischem Kren gibt es ein buntes Angebot zu vernünftigen Preisen. Oft gibt es noch selbstgemachte Buchteln oder einen Strudel zur süßen Abrundung. Die Ausblicke von den Terrassen der Buschenschank sind grandios, weit übers Land und nach Slowenien reicht der Blick.

Traminer statt Tennis

Kulinarisches aus dem Buschenschank.

Bild: Rupp

Umgeben von seinen wunderschönen Weingärten dreht sich in Klöch fasst alles um den Wein, vor allem um den Traminer. Von Anfang April bis Ende November hat täglich die Klöcher Vinothek geöffnet. Fast 100 Weine von 25 Winzern gibt es hier zu verkosten. Es lohnt sich auf jeden Fall hier vorbei zu schauen.

Im Obergeschoss befindet sich ein kleines Weinbaumuseum. In Klöch haben es die Weinbauern geschafft, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Gut 1300 Einwohner zählt Klöch. Bis zum Jahre 1444 lässt sich der Weinbau in Klöch zurückverfolgen. Der mineralreiche Vulkanverwitterungsboden und das milde Klima sind ideal für den Anbau der Rebsorte Traminer. Mit nur 80 Frosttagen und nahezu 2.000 Sonnenstunden ist Klöch das wärmste Gebiet der Steiermark.

In der „Toskana der Steiermark“ wächst der Traminer.

Bild: Rupp

Anfangs etwas skeptisch haben wir die Traminer verkostet. Auf den Weinkarten wird er oft so beschrieben: „Blütenduft von Wildrosen, exotische Fruchtaromen, Steinobstnoten, Anklänge von Zitusfrüchten“. Der Duft spielt beim Traminer eine große Rolle. Man muss sich auf den Traminer einlassen – dann lernt man ihn kennen. Die Marktgemeinde begann 1987 die Rebsorte Traminer in ein neues Licht zu rücken. Ziel war es, die Traminer Weine nachweislich zu 100 Prozent aus Klöcher Traminertrauben zu erzeugen. Die Weine müssen zudem noch einige weitere Prüfungen bestehen bis sie die Traminer Schutzmarke erhalten.

Die Schutzmarke ist an der Flaschenkapsel zu erkennen. Die Klöcher Traminer tragen alle den Slogan“ Klöcher Traminer - Der Wein mit dem Duft der Rose“. Auch eine stilisierte Weltkugel ist auf der Flasche zu finden. Unverkennbar und einzigartig wurden die Traminer Weine dadurch. Dank der einheitlichen Aufmachung und der doch individuellen Produkte der einzelnen Winzer sind die Weine heute weit über den kleinen Ort hinaus bekannt geworden und können es mit vielen Spitzenweinen aufnehmen.

Die Klöcher Winzer richten die Traminer Open aus.

Bild: Rupp

Begleitet wurde die Entwicklung vom Geschäftsführer der Klöcher Traminer-Winzer, Georg Sammt. Neben seinem Beruf als Amtsleiter hat Georg Sammt mit der Vermarktung des Klöcher Traminers alle Hände voll zu tun. Und trotzdem, er und seine Frau Ingrid finden immer Zeit mit ihren Feriegästen eine Mischung in der Weinlaube vor dem Ferienhaus zu trinken und diesen oder jenen Tipp für eine Radtour zu geben, oder sogar gemeinsam einen Fahrradausflug zu machen. So wie bei den Sammts, deren Tochter Vera übrigens Weinkönigin war, wird man überall in Klöch als Feriengast aufs herzlichste aufgenommen. Zusammen mit der Landschaft, den Menschen und natürlich dem Traminer ist es hier gelungen, aus dem Zusammenschluss einen Erfolg für Winzer und Gäste zu machen.

Das wichtigste Ereignis im Klöcher Kalender sind zweifellos die „Traminer Open“ im Juni. Sie finden auf der Burgruine über dem Ort statt. Gegen einen Obolus kann man nicht nur unzählige Traminer verkosten, sondern bekommt auch kulinarisch einiges geboten – ein Wein-Erlebnis der Extra-Klasse, das vom Charme des Ländlichen lebt.

www.kloecher-traminer.at

 
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